Musikalische Grundkurse für Kinder
In den musikalischen Grundkursen für Kinder im Alter von 4–10 Jahren
werden die Grundlagen für eine umfassende musisch-musikalische
Betätigung gelegt. In Kleingruppen werden in spielerischer Form musikalische
und rhythmische Grundkenntnisse geübt, sowie elementare
tänzerische und theatralische Spielformen erlebt. Das Spiel auf modernen
Percussions-Instrumenten sowie ein Blockflötengrundkurs ergänzen
das Kursprogramm. Unser Ziel ist es, unseren Schülerinnen und
Schülern einen positiven, spielerischen Zugang zur Musik zu vermitteln.
Durch kreativen, gesamtheitlichen Unterricht wollen wir zu selbstmotiviertem
Musizieren anregen.

Musik als Wegbegleiter
Klänge und Rhythmen begleiten uns von der Zeugung bis zum Tod.
Der bewusste Umgang mit ihnen bereichert unser Leben.
Musikunterricht als Unterstützung zur Persönlichkeitsformung
Als Ausgleich zum Alltag, der stark geprägt ist durch visuelle und
verstandesmässige Eindrücke und Anforderungen, werden wir durch
die Musik ganzheitlich angesprochen und gefordert.
Musizieren beansprucht den ganzen Körper. Geist, Seele und Körper
werden gleichwertig aktiviert. Musikalische Aktivität sensibilisiert und
steigert unser Körperbewusstsein. Dabei wird die Motorik sowie die
Feinmotorik spielerisch trainiert. Der Musikunterricht bietet gute
Möglichkeiten den emotionalen Bereich zu schulen und auszuleben.
Die Ausdrucksfähigkeit wird gefördert. Das freie Gestalten lernt uns zu
differenzieren und intensive Gefühle zu entwickeln.
Der Grundkurs und der Instrumentalunterricht vermitteln Wissen und
machen neugierig. Das Verstehen und Begreifen komplexer Zusammenhänge
wird praktisch erfahren. Die musikalische Bildung gibt
Grundlagen für die Urteilsfähigkeit. Die Konzentrationsfähigkeit und
Ausdauer werden durch das Musizieren trainiert.
Das gemeinsame Musizieren fördert die soziale Verständigung.
Einander verstehen, einander akzeptieren und zugleich auf Impulse
reagieren zu können, sind Voraussetzungen für ein harmonisches Zusammenspiel. Das Handeln in der Gruppe vermittelt Selbstvertrauen
und Sicherheit.
Zudem wird die Frustrationstoleranz gestärkt.
Aufbau und Inhalt der musikalischen Grundkurse
A-Kurs
Altersstufe Vorkindergarten
Wir nehmen Kinder auf, die ein Jahr vor dem Kindergarteneintritt stehen.
Programm:
• Geschichten erzählen
• Singen
• Tanzen
• Rhythmische Spiele
• Reime, Abzählverse
• Kinderverse mit Schlagwerk begleiten
• Erster Umgang mit dem Xylofon
• Szenische Übungen

B-Kurs
Altersstufe erstes Kindergartenjahr
Programm:
• Geschichten erzählen
• Singen, Tanzen, rhythmische Spiele
• Sprüchli und Kinderverse mit Schlagwerk begleiten
• Szenische Spiele
• Einfache Ostinatobegleitungen und Liederarbeitung am Xylofon

Wir beginnen mit dem Blockflötenlehrgang auf der Sopraninoflöte. Die
Sopraninoflöte wird dem körperlichen Entwicklungsstand des Kindergartenkindes
gerecht. Spielerisch werden Grundübungen für die Atemtechnik,
Artikulation, Grifftechnik und Haltung erprobt. Behutsam wird
in die Notennotation eingeführt. Aufbauend auf grafischer Notation werden
die Notenwerte lang – kurz und Pausen erfahren. Nach der
Einführung einer Notenlinie wird die Tonhöhenunterscheidung nach
Farben und Zahlen anhand von einfachen Spielstücken geübt. Die Übungen
stehen immer in Bezug zum Thema der einleitenden Geschichte.
Persönliche Arbeitsmittel:
Sopraninoblockflöte, Musikordner.
C-Kurs
Altersstufe zweites Kindergartenjahr
Programm:
• Die Elemente aus dem B-Kurs werden weitergeführt und differenziert
• Anspruchsvolle Sprechverse dienen als rhythmisches Übungsmaterial
• Vielfältiges Variieren von Tempo und Dynamik vermittelt Abwechslung
und Spielfreude
Am Xylofon werden nebst Bordunformen einfache Melodiereihen zum
Gesang geprobt. Das Spiel auf der Sopraninoflöte wird differenzierter.
Die korrekte Haltung und die Blastechnik werden anhand von einfachen
Liedern konditioniert. Schwierige motorische Abläufe werden in
der Gruppe spielerisch geübt. Es werden weitere Notenlinien eingeführt
und der Tonumfang wird auf fünf Töne erweitert. Es können nun
bereits einfache Lieder mit der linken Hand gespielt werden.
Persönliche Arbeitsmittel:
Sopraninoblockflöte, Musikordner
D-Kurs
Altersstufe erstes Schuljahr
Programm:
Ausbau und Vertiefung der in den unteren Kursstufen verwendeten Elemente.
In diesem Kursjahr wird ein Glockenspiel gebastelt. Notenwerte,
Pausen und weitere musikalische Zeichen werden in der Spielpraxis
kennen gelernt. Die Kinder lernen die absoluten Notennamen. Anstelle
der Sopraninoflöte tritt nun die Sopranblockflöte in C, mit barocker Griffart und Doppelbohrung. Wir arbeiten mit dem üblichen Notensystem.
Nach und nach werden neue Töne eingeführt.
Kursziel sind Lieder mit den Tönen C1, D, E, F, G, A, H, C2, D2.
Persönliche Arbeitsmittel:
Sopranblockflöte aus Holz, Musikordner

E-Kurs
Altersstufe zweites Schuljahr
Programm:
Vertiefung und Erweiterung des bisher Gelernten. Das Erarbeiten anspruchsvoller
Lieder und Spielstücke mit dem Xylofon und den Percussionsinstrumenten
hat nun einen grossen Stellenwert. Seriöses Üben zu
Hause wird vorausgesetzt.
Auf der Blockflöte werden jetzt anspruchsvollere Musikstücke gespielt.
Die Kenntnisse werden vertieft und die Technik verfeinert. Der Tonumfang
wird um überblasene Töne und Halbtöne erweitert.
Persönliche Arbeitsmittel:
Sopranblockflöte, Musikordner

F-Kurs
Altersstufe drittes Schuljahr
Programm:
In diesem Kursjahr werden die Kinder bei der Wahl ihres persönlichen Instrumentes unterstützt. Der Einzelinstrumentalunterricht auf einem
Instrument der persönlichen Wahl beginnt nach dem F-Kurs im vierten
Schuljahr.
Als Entscheidungshilfe haben die Kinder Gelegenheit, verschiedene
Instrumente kennen zu lernen. Qualifizierte Fachkräfte stellen ihre Instrumente
vor und stehen mit Ratschlägen zur Verfügung.

Die Mitwirkung an einem Grossprojekt ist der eindrucksvolle Abschluss
der Grundkurse. Die F-Kurskinder haben Gelegenheit, sich musikalisch
oder szenisch an einem Projekt zu beteiligen. Zusammen mit dem
Kinderchor und dem Kinderorchester werden Projekte wie Musicals
und Konzerte erarbeitet und aufgeführt.
Diese Erlebnisse werden den Kindern unvergessen bleiben!
Elemente aller Grundkurse
Die folgenden Elemente sind Inhalt aller Kursstufen:
Geschichten erzählen
Geschichten hören ist ein Kontrast zur heutigen einseitig visuellen Erfahrungswelt.
Geschichten fördern im Kind die Fähigkeit, eigene Bilder
zu entwickeln und regen die Fantasie an. Eine Geschichte bildet den
Ausgangspunkt für die weiteren Unterrichtselemente. Der Inhalt der
Geschichte bietet Anlass zu verschiedenen musikalischen Ausdrucksformen.
Musikalische Übungen stehen immer in Bezug zu einem Inhalt
und sind nie nur leere Hüllen.
Sprache und Gesang
Wichtige Bestandteile der rhythmischen und der melodischen Grunderziehung
sind der Sprechvers und das Lied.
Akustische Eindrücke werden mit dem Mund nachgeahmt, variiert
oder improvisiert. Klänge und Geräusche bilden das elementare Spielmaterial
für die Stimme.
Verschiedene Möglichkeiten des sprachlichen Ausdrucks werden erlebt:
summen, pfeifen, singen, sprechen, flüstern.
Abzählverse, Zaubersprüche, Kinderverse, Rätsel, Sprachspielereien,
Redensarten, Sprichwörter und Lieder bilden das Spielmaterial und
regen die Fantasie des Kindes zum eigenen weiteren Gestalten an.
Musikalisch-szenisches Spiel
Erzählte Geschichten, musikalische Geschichten und Lieder bilden den
thematischen Grundstoff für Szenen, welche die Kinder gestalten. Einfache
Kostüme und Requisiten stehen zur Verfügung. In der Darstellung
eines Spielablaufs entstehen Situationen, welche die kindliche Kreativität
und Ausdruckskraft wecken und fördern:
• Sprechen und singen wie Hexen, Tiere usw.
• Sich bewegen und Geräusche produzieren wie eine Maschine, ein
Auto, ein Flugzeug
• Darstellen von Wasser, Feuer, Luft, Gewitter
• Gehen, schreiten, reiten, laufen wie eine Prinzessin, ein Bauer, ein
Astronaut usw.

Die mimische und gestische Fantasie wird angeregt. Der ganze Körper
kann Empfindungen darstellen. Was das Kind beobachtet, hört und
denkt, lernt es auszudrücken. Durch die gewonnene Sicherheit im Auftreten,
Bewegen und Sprechen wird die Persönlichkeit des Kindes gestärkt.
Spontanspiele in der Kleingruppe auf einer improvisierten Bühne
bieten ein Übungsfeld für spätere grössere szenische Darstellungen bis
hin zum Kindermusical.
Rhythmik
Rhythmik umfasst viele Elemente der ganzheitlichen Musikerziehung.
Als Vorbereitung zum entspannten Spiel auf den Instrumenten wird der
ganze Körper in die rhythmischen Übungen einbezogen: body percussion.
Spiel mit dem Rhythmus. Klatschen, Patschen, Stampfen und andere
Klanggesten werden in Verbindung geübt. Unterschiedliche Dynamik,
verschiedene Taktarten und Tempi werden erlebt. Rhythmische Spielmodelle
regen zum Zusammenspiel und zur Improvisation auf Schlaginstrumenten
an. Nebst bekannten westlichen Rhythmen werden
Spielformen aus Afrika und Südamerika gespielt.

Trommeln, Congas, Bongos, Maracas, Guiros, Claves, Glocken, Triangel
usw. bieten ein breites Übungsfeld von verschiedenen Spieltechniken
und Klangerfahrungen. Die verschiedenen Elemente der rhythmischmusikalischen
Erziehung wirken auf vielfältige Weise:
ordnend, faszinierend, aktivierend, beruhigend, erregend, fantasieanregend,
konzentrationsfördernd, entspannend usw.
Musikhören
Bewusstes Hören, Horchen und Lauschen sind Qualitäten, die heute oft
verkümmert sind. Unser Ziel ist, die Kinder auf akustisches Material
aufmerksam zu machen und ihr Gehör zu schulen.
Durch Höraufgaben und Erkennungsspiele wird bewusst auf musikalische
Vorgänge und Ereignisse hingewiesen:
• Tonhöhen erkennen
• Melodien memorieren
• Rhythmen nachvollziehen
• Instrumente unterscheiden
• Liedanfänge erraten
Die erlebten Hörerfahrungen werden in selbst erstellten Hörspielen
angewandt und umgesetzt. Freies Malen und Mandala Malen zu Musik
fördern die bildnerische und emotionale Kreativität des Kindes.
Tanz
Mit dem Medium Musik erleben wir im Tanz die Einheit von Körper und
Seele. Das Spektrum unserer Tanzerziehung reicht vom einfachen Kinder-
und Volkstanz mit vorgegebenen Formen, über Ausdruckstanz mit
individuellen Vorgaben, bis hin zum freien Kreativtanz.
Musikalische Kreativität
Musik soll in ihrem Werdeprozess und in ihren umfassenden Zusammenhängen
dem Kind erfahrbar und erkennbar gemacht werden.
Das Kind soll das Klangmaterial prüfen, das Mögliche erproben und das
Veränderbare erfahren können. Materialien wie Metall, Glas, Holz,
Papier usw. werden auf ihre Klangqualität hin untersucht:
Hoch - tief, hell - dunkel, lang - kurz, laut - leise, schnell - langsam, starr -
bewegt, dünn - dick, schmal - breit, werden unterschieden und beurteilt.

Spiel auf Instrumenten
Ein grosses Instrumentarium bildet den Klangkörper für Spiel und Improvisation.
Lieder und Spielstücke werden mit und ohne Notationsvorlagen erarbeitet
und auf verschiedenen Instrumenten einstudiert.

Xylofone, Metallofone und Glockenspiele stehen als Melodie- und Begleitinstrumente
zur Verfügung. Trommeln, Pauken, Congas, Bongos,
Claves, Glocken, Hängebecken usw. sind unsere Percussionsinstrumente.
Zusammen mit Gesang und Blockflötenspiel wird in unterschiedlichen
Besetzungen musiziert.
Durch das gemeinsame Musizieren findet das Kind spielerisch direkten
Zugang zur Musik.
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